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Herrsching 2015

Herrsching 201:Lernen-Teilen-Gestalten

Ines Wornig und Martin Prießner durften heuer gemeinsam mit 96 Teilnehmern aus 62 Nationen am 27. Internationalen Führungskräfte Seminar für Landjugendarbeit teilnehmen und das IC vertreten.

Am 12. August war es für Martin Priessner und Ines Wornig soweit. Martin und Ines waren zwei von insgesamt fünf österreichischen Teilnehmern, die über die Landjugend  Österreich am 27. Internationalen Führungskräfte Seminar für Landjugendarbeit in Herrsching am Ammersee teilnehmen konnten. Für dieses Seminar kamen insgesamt 96 Führungskräfte, die im Bereich der Jugendarbeit tätig waren, aus insgesamt 62 Nationen in die kleine Stadt Herrsching im Süden von Deutschland und waren dort im Haus der bayrischen Landwirtschaft für zwei Wochen untergebracht.

Das gesamte Seminar wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft organisiert und wurde in den drei Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch abgehalten. Zu Beginn wurden die Teilnehmer in unterschiedliche Sprachgruppen eingeteilt und verschiedenen professionellen Trainern zugewiesen. Dabei achteten die Organisatoren darauf, dass in jeder Gruppe nur maximal eine Person pro Nation vertreten war. Diese Tatsache sorgte für große Diversität und viele unterschiedliche Sichtweisen zu den bearbeiteten Seminarthemen.
 

Das Motto des diesjährigen Seminars lautete:
„Lernen-Teilen-Gestalten“
Diesem Motto zufolge wurde das gesamte zweiwöchige Seminar in drei Teile gegliedert. 

Teil 1: „Lernen“:
Dieser Abschnitt des Seminars fokussierte sich auf ein gegenseitiges Kennenlernen der Kleingruppen-Teilnehmer. Durch zahlreiche gruppendynamische Übungen wurden die Führungsqualitäten der Teilnehmer trainiert und der theoretisch vorgetragene Inhalt gefestigt. Außerdem wurde das Programm durch einige Rollenspiele und informellen Lernmethoden aufgelockert, wobei die Teilnehmer auch mit den kulturell bedingten Eigenheiten der Teilnehmern aus den  unterschiedlichsten Teilen der Welt konfrontiert wurden.

Teil 2. „Teilen“:
In diesem Abschnitt wurden die Kleingruppen aufgelöst und in einem sogenannten „World Café“ Probleme zu den Themen: Nachhaltige Ressourcen Nutzung, Bildung im ländlichen Raum, Nahrungsmittelsicherheit, Ländliche Entwicklung; bearbeitet und diskutiert. In einem ersten Schritt wurden die Herausforderungen, positive Beispiele und Erfahrungen der einzelnen Organisationen der unterschiedlichen Länder zu den Themen ausgetauscht und gesammelt. Danach wurden einerseits ein Teil der Ausarbeitung auf kreative Art und Weise präsentiert und die gesamten Ergebnisse der Themensammlungen auch auf Pinnwände aufbereitet und ebenfalls präsentiert. Dieser Teil war speziell beeindruckend, da die Teilnehmer eine guten Einblick in die Herausforderungen der anderen Länder bekommen konnten. Dabei war der Unterschied sehr beachtlich. Wenn in der westlich modernen, zivilisierten Welt die Herausforderungen darin bestanden z.B. die Jugend vermehrt für Bildung zu motivieren, waren die Probleme in den ärmeren Ländern Afrikas z.B. der Kampf gegen Kinderprostitution und Drogenmissbrauch. In manchen Fällen konnten für ähnliche Problemstellungen auch Lösungen in anderen Ländern gefunden werden, welche somit für die Problemländer adaptiert werden könnten. Um wirklich Änderungen nach dem Seminar zu bewirken, gab es den dritten Teil des Seminars.


Teil 3. „Gestalten“:
In diesem letzten Abschnitt des Seminars wurde von jedem Teilnehmer ein konkretes Projekt ausgewählt und ein Aktionsplan erstellt. Dieser Aktionsplan sollte im Anschluss des Seminars im Heimatland der Teilnehmer in deren Organisationen umgesetzt werden und somit das im zweiten Teil des Seminars geteilte Wissen aus aller Welt im eigenen Land umgesetzt werden. Die Projektideen waren wiederum sehr vielseitig. Es erstreckte sich von dem Ziel eine Organisation für drogenabhängige Straßenkinder in Tansania zu gründen um ihnen eine Möglichkeit aufzuzeigen, auch ohne Drogen ein glücklich leben zu können, bis hin zu einem Projekt, dass das Ernährungsbewusstsein der amerikanischen Bevölkerung stärken sollte. Bei einer sehr unterhaltsamen Abschlusspräsentation wurden einzelne, von den Teilnehmern ausgewählte, Projekteideen den gesamten Teilnehmern auf unterhaltsame Weise präsentiert.

 

 

Neben den sehr arbeitsintensiven und lehrreichen Seminarworkshops wurde den Teilnehmern auch ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm geboten. Am ersten Seminarwochenende wurden den Teilnehmern bei einem Besuch des Konzentrationslagers Dachau die Möglichkeit geboten, von einem Teil der traurigen Geschichte Europas während des zweiten Weltkrieges zu erfahren. Außerdem wurde den Teilnehmern ein Tagesausflug nach München und nach Garmisch-Partenkirchen geboten.

 

Der Teilnehmer Martin Priessner aus Kärnten beschrieb seine Erfahrungen von Herrsching mit folgenden Worten: „Dieses Seminar war eine einzigartige Möglichkeit Kulturen und Lebensweisen aus aller Welt kennen zu lernen. Es hat mir wirklich die Augen geöffnet, dass die „Probleme“ die wir in Europa in Bezug auf Jugendarbeit haben, keine Probleme sind im Vergleich zu anderen Teilen der Welt“

 

Kommentar Ines:
Nach zwei Wochen Herrsching kehren nun alle entsandten Vertreter der Länder wieder in ihre Heimat zurück und gestalten mit ihren kreativen und ambitionierten Projektideen einen Teil ihres Landes zum Besseren. (Ines Wornig)

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